Kaffeesatz als Brennstoff – je Tonne werden 7 Tonnen CO2 eingespart

In London läuft die Verarbeitung von Kaffeesatz zu Biodiesel und Heizpellets bereits seit 2014. (in 2016 sind 50.000 Tonnen geplant). Die Welt hat 2014 darüber berichtet. Franchise-Nehmer sind gesucht. Dadurch fallen keine eigene Entwicklungskosten an.

Interessant wären Vergleichsrechnungen bezüglich Nutzen Kaffeesatz zu Brennstoff oder alternativ zu etwa Biokunststoff.

Langfristig könnte man den Ansatz als Maßstab ansetzen: Energie kann aus regenerativen Quellen wie Sonne und Wind u.a. gewonnen werden. Nachwachsende Rohstoffe insbesondere verbunden mit deren Flächennutzung sind ggf. anders besser eingesetzt.

Hier der gesamte Artikel als Link und verschiedene Auszüge daraus:

http://www.welt.de/wirtschaft/article133103683/Der-geniale-Kaffee-Sprit-eines-jungen-Briten.html

…Kaffeesatz, der nach dem Aufbrühen in der Maschine zurückbleibt und danach in den Mülleimer wandert. “Da steckt unglaublich viel Energie drin”, sagt der 23-Jährige, “doppelt so viel wie in Holz.” Er schüttelt den Kopf, streicht sich durch den blonden Vollbart. “Es ist verrückt, dieses Potenzial nicht zu nutzen.”…

…Derzeit können seine Maschinen in Suffolk rund fünf Tonnen Kaffeesatz pro Stunde verarbeiten. Eine Tonne allein reicht bereits, um sieben Tonnen Kohlenstoffdioxid einzusparen. Bei der Verarbeitung wird das im Kaffeesatz vorhandene Öl von den anderen Bestandteilen getrennt und durch einen Vorgang namens Umesterung in Diesel verwandelt. Erst im Juni hatte eine Studie der Universität Bath bestätigt, dass sich Kaffeereste für die Kraftstoffproduktion eignen….

…”Die Fabriken können überall auf der Welt stehen, wo Kaffeereste anfallen”, sagt er, der das Geschäftsmodell deshalb mit Franchisenehmern ausweiten will. Auch in Großbritannien sieht Kay noch großes Wachstumspotenzial. Kaffee gewinnt im Land der Tee-Trinker an Beliebtheit.

 

Einweg-Kaffeebecher eine aufwändige Einbahnstraße und eben noch keine Materialschleife

Nicht nur der Kaffee selbst ist noch eine “offene Schleife” oder bietet bessere Möglichkeiten.

Hier ein Fakten Auszug kopiert von
http://www.duh.de/becherheld_problem.html

  • In Deutschland werden stündlich 320.000 Coffee to go-Becher verbraucht.
  • Pro Jahr sind das fast drei Milliarden Stück Einwegbecher.
  • Eine repräsentative Studie der Marktforschungsgesellschaft TNS Emnid ergab, dass allein in Berlin jeden Tag etwa 460.000 Coffee to go-Becher verbraucht werden.
  • Im Schnitt trank jeder Deutsche durchschnittlich 162 Liter Kaffee im Jahr 2014, davon etwa 5 Prozent aus Einwegbechern.
  • Die Zahl der Verbraucher, die besonders häufig oder gelegentlich zu Coffee to go-Bechern greift, liegt deutschlandweit inzwischen bei 70 Prozent.

Umweltauswirkungen

Einwegbecher bestehen überwiegend aus Papierfasern, für deren Herstellung in aller Regel Neumaterial eingesetzt wird. Es werden praktisch keine Recyclingpapierfasern genutzt, sodass für die Herstellung der Pappbecher neue Bäume gefällt werden müssen. Weil die Einwegbecher nicht nur aus Pappe, sondern anteilig auch aus Kunststoff bestehen, wird auch Rohöl zur Becherproduktion benötigt. Ein durchschnittlicher Einwegbecher besteht in der Regel zu fünf Prozent aus dem Kunststoff Polyethylen – dazu kommt noch der Plastikdeckel und gelegentlich Rührstäbchen, Papiermanschetten oder Tragehilfen aus Pappe.

  • Für Herstellung der Polyethylen-Beschichtungen der Becherinnenseiten und Polystyrol-Deckel werden jährlich ca. 22.000 Tonnen Rohöl verbraucht.
  • Für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Coffee to go–Becher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen.
  • Die Herstellung der Polystyrol-Deckel verursacht zusätzlich rund 28.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr.
  • Viele der weggeworfenen Coffee to go-Becher werden achtlos weggeworfen und verschmutzen Straßen, öffentliche Plätze und die Natur.

London macht es vor: In 2016 sollen 50.000 Tonnen gesammelt werden

In London wird es vorgelebt:

Übersetzter Auszug aus einem Presseartikel:

Bio-bean sammelt Kaffeesatz von Kaffee FAbriken, Coffee Shops, Büros und Verkehrsknoten, einschließlich Londons sieben größten Bahnhöfen. In 2015 kamen noch ein paar hundert Tonnen pro Woche zusammen. Für 2016 ist der Plan die gesammelte Menge auf etwa 50.000 Tonnen zu erhöhen, was etwa ein Viertel des jährlichen Londoner Kaffeesatzes wäre. Coffee Shops und andere Anfallstellen stellen den Kaffeesatz umsonst zur Verfügung, das spart den Gewerbetreibenden einiges an Entsorgungskosten.

Der Kqffeesatz wird auf Bio-bean’s knap 2000 Quadratmeter großem Gelände getrocknet, dann wird das Öl durch den biochemischen Prozess der Hexan Extraktion getrennt. Die verbleibenden Fasern, etwa 80%, wird in Pellets gepresst und kann in Heizkesseln verbrannt werden, mit geschätzten 150% höherer Energiedichte als Holzpellets….

Der Artikel auf Englisch:
http://newatlas.com/used-coffee-grounds-biofuels/39731/

 

“….The company collects coffee waste from industrial coffee factories, coffee shops, offices and transport hubs, including London’s seven largest rail stations. And while their current take amounts to just several hundred tons each week, they plan to scale up to 50,000 tons in 2016, about a quarter of London’s annual coffee waste. Coffee shops and other producers give their grounds to Bio-bean for free, which saves them from otherwise hefty landfill fees.

The coffee remains are dried at Bio-bean’s 20,000 square foot (1,860 sq m) facility, then the oil is separated through the biochemical process of hexane extraction. The remaining fiber, some 80 percent, is pressed into pellets which can be burned in boilers for heat, which are said to produce 150 percent more energy than wood pellets, due to a higher calorie content. The solvent used in the extraction process is 99.9 percent recyclable….”

Und die Webseite selbst.

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